Flora & Fauna
in Indonesien


Indonesien steht für weiße Sandstrände, malerische Reisterrassen, saftig grüne Berghänge und tiefe Dschungel. Das Inselreich im Indischen Ozean beheimatet eine artenreiche Fauna und Flora, wie sie sonst kaum auf der Welt zu finden ist. Zu bestaunen gibt es hier 30.000 Pflanzenarten und über 3.000 Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien. Dank des ganzjährig gemäßigten Klimas von rund 27 °C und der besonders mineralhaltigen vulkanischen Böden bilden die Inseln einen idealen Lebensraum für eine große Anzahl an endemischen Tieren und Pflanzen.

Die Vegetation in den verschiedenen Teilen des Archipels variiert je nach Niederschlagsmenge, Boden und Höhe. Auf den feuchteren Inseln, Sumatra, Kalimantan und Papua, bedecken dichte Regenwälder große Landflächen. Diese Wälder sind reich an wertvollem Hartholz, aromatischen Gewürzen, exotischen Obstbäumen und tropischen Baumriesen, die bis zu 40 Meter in die Höhe ragen. Wer sich nicht in den Dschungel wagt, findet beispielweise in den Botanischen Gärten von Bogor auf Java ein tropisches Pflanzenparadies.

Auf den Inseln östlich von Bali, die zu der Provinz Nusa Tenggara gehören, beherrschen Savannen das Landschaftsbild. Gleichzeitig können Wanderer auf Bergspitzen – zum Beispiel im Gede Pangrango Nationalpark auf Java – sogar Edelweiß entdecken.

Am 5. Juni 1990, am Welt-Umwelt-Tag, legte der damalige Präsident Haji Mohamed Suharto drei Nationalblumen fest: die Jasmin-Art Melati, eine kleine, weiße und süßlich duftende Blüte. Die Mondorchidee Anggrek bulan gilt mit ihren rein weißen Blüten in Indonesien als „Blume der Verzauberung“. Die gigantische Rafflesia arnoldii, die sich auf den Stielen und Wurzeln anderer Pflanzen ausbreitet und die einen Geruch von Aas verströmt, erinnert an seltene und bedrohte Arten. Ihre Blüten haben einen Durchmesser von bis zu einem Meter und werden bis zu elf Kilogramm schwer. Mit den weltweit größten Blüten im Pflanzenreich zählt die Blume zu den Attraktionen in Indonesien.

Zudem ist die Titan Arum in Indonesien zu bestaunen. Sie hat den größten Blütenstand der Welt, der mehr als drei Meter hoch werden kann. Bekannter ist die Pflanze aus Sumatras Regenwald unter dem Namen Titanwurz oder „Leichen-Blume“. Sie blüht nur alle paar Jahre für wenige Tage. Ihr entströmt ein penetranter Geruch nach verrottendem Fleisch und lockt damit Kurzflügler und Aaskäfer an, die für ihre Bestäubung sorgen.

Einzigartige Tierwelt

Die einzigartige Tierwelt des indonesischen Inselreiches bestaunen Besucher nicht nur in den Botanischen Gärten und im Dschungel, sondern auch in den 44 Nationalparks. Auf Sulawesi besuchen Urlauber beispielsweise den putzigen Tarsier- Affe oder den Minibüffel Anoa. Indonesien ist auch die Heimat des Orang-Utans, der in Regenwäldern Sumatras und Kalimantans zu Hause ist. Der legendäre Komodo-Waran, eine Riesenechse, beeindruckt die Besucher des Komodo-Nationalparks.

Wallace-Linie

Eine weitere Besonderheit des indonesischen Inselreiches ist die so genannte „Wallace-Linie“. Zwischen Kalimantan (Borneo) und Sulawesi bzw. Bali und Lombok trennt sie die indonesische Inselwelt in einen asiatisch und einen australisch geprägten Teil. Touristen kommen somit – abhängig von der Insel – mit einer Tier- und Pflanzenwelt von zwei unterschiedlichen Kontinenten dieser Erde in Kontakt. Auf Inseln mit eher australischer Flora und Fauna treffen Urlauber keine großen Säugetiere wie etwa Elefanten oder Tiger an. Dafür leben dort insbesondere Vögel, Insekten und Reptilien.
Endemische Tierwelt Indonesiens

Komodo-Waran

Der Komodo-Waran ist die größte Urechsenspezies der Welt und von den Einwohnern als „Ora“ bezeichnet wird. Sie hat ihren natürlichen Lebensraum in Indonesien und lebt ausschließlich um und auf Komodo. Bis zu drei Meter lang, 170 Kilogramm schwer und beachtliche 110 Jahre alt können diese Riesenechsen werden. Im Komodo Nationalpark haben Besucher eine besonders hohe Chance, die Tiere hautnah zu erleben. Der Park zählt zu den „New Seven Wonders of Nature“ und erstreckt sich über die drei Inseln Komodo, Rinca und Padar, sowie zahlreiche kleinere Inseln mit einer Gesamtfläche von rund 1.817 Quadratkilometern.

Orang-Utan

Die rotbraunen Menschenaffen sind die weltweit größten Baumbewohner und unterscheiden sich von ihren Artgenossen, die sich hauptsächlich auf der Erde bewegen, durch ihre langen Arme. Orang-Utans gehören zu den intelligentesten Primaten, verwenden eine Vielzahl von ausgeklügelten Werkzeugen und bauen sich jede Nacht Schlafnester aus Ästen und Laub. Urlauber können die „Waldmenschen“ (Deutsch für Orang-Utan) am besten in
Bukit Lawang im Leuser Nationalpark in Nordsumatra beobachten. Regelmäßig finden geführte Trekkingtouren durch den Dschungel statt, die die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zeigen.

Javanisches Rhinozeros

Das Java-Nashorn zählt zu den seltensten Großsäugetieren der Erde. Es bewohnte einst den tropischen und subtropischen Tieflandregenwald, Feuchtwiesen und große Auen. Eine Population von etwa 40 Tieren lebt heute noch im Ujung Kulon Nationalpark in Westjava. Ein ausgewachsenes Tier wiegt zwischen 1.500 und 2.000 Kilogramm bei einer Länge von 3 bis 3,5 Meter. Die Art ist akut vom Aussterben bedroht und es sind nur noch zwei Populationen in freier Wildbahn bekannt. Wilderer, die es auf die Hörner der Tiere abgesehen haben, sind für den Rückgang der Java-Nashörner verantwortlich. Sie verkaufen ihre Beute, die nach den Maßstäben der Traditionellen Chinesischen Medizin heilende und aphrodisierende Eigenschaften besitzt und auf den Märkten heiß begehrt ist.

Das zweigehörnte Sumatra-Nashorn teilt das gleiche Schicksal wie sein Artgenosse in Java. Akut vom Aussterben bedroht, gibt es vermutlich weniger als 400 Sumatra-Nashörner in freier Wildbahn.

Mit etwas Glück kann man die Tiere in folgenden Nationalparks in Sumatra erleben: Bukit Barisan Selatan Nationalpark, Gunung Leuser Nationalpark, Kerinci Seblat Nationalpark und Way Kambas Nationalpark.

Sumatra – Elefant

Der Sumatra-Elefant ist eine von drei Unterarten des Asiatischen Elefanten und lebt auf Sumatra in freier Wildbahn. Seit 1986 gilt der Sumatra-Elefant als vom Aussterben bedroht. Erleben kann man die Dickhäuter im Way Kambas Nationalpark im Süden Sumatras. Dort gibt es das erste Elefanten – Ausbildungszentrum in Indonesien, das Karangsari Elephant Training Center.

Tarsier-Affe

Der Tarsier-Affe ist der kleinste Affe der Welt. Das nachtaktive Tier misst gerade einmal 12 Zentimeter und ist nur 120 Gramm schwer. Der Tarsier-Affe kann seinen Kopf um 180 Grad drehen, da seine Augen nicht unabhängig bewegt werden können. In Indonesien ist er auf Sulawesi zuhause und kann im Tangkoko Nationalpark in Nord-Sulawesi besucht werden.

Paradiesvogel

Sie werden von vielen als die schönsten Vögel der Erde beschrieben und zählen sicherlich zu den prächtigsten und prunkvollsten Tieren in der Familie der Vögel. Paradiesvögel sind endemisch und ausschließlich in Papua zu finden. Wer die mühevolle Beobachtung im Dschungel nicht auf sich nehmen möchte, der besucht einen der Vogelparks in Indonesien, zum Beispiel den Taman Burung dan Taman Anggrek (Vogel- und Orchideenpark) in Biak, Papua.

Hornvogel

Es ist der massive Schnabel, der dem Vogel seinen Namen gibt und der ihn zu einem spirituellen Symbol für mehrere Volksstämme Indonesiens werden ließ. Hornvögel sind vor allem im westlichen Teil von Indonesien zu beobachten. Der große schwarz-weiße Nashornvogel lebt auf Sumatra, Java und Borneo. Es gibt vier Arten von Hornvögeln, die nur im östlichen Teil des Archipels zu finden sind.

Bali-Star

Diese endemische Vogelart Balis ist seit 1991 das Symbol für Balis Tierwelt. Das wichtigste Erkennungszeichen ist die herrliche blaue Farbe um die Augen. Der Vogel wurde 1910 entdeckt und zählt heute zu den gefährdeten Vogelarten. Es gibt nur noch zwei Standorte auf Bali, wo kleine Populationen der Bali-Stare in der Wildnis vorkommen: der West-Bali Nationalpark und die Insel Nusa Penida im Südosten von Bali.